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In der georgischen Kulturgeschichte gibt es ein Werk, dass aus der Gesamtheit herausragt wie kein Zweites: Das Epos „Der Recke im Tigerfell“ von Schota Rustaweli. Dieses ist nun in einer neuen deutschen Fassung erschienen, in einer Nachdichtung von Marie Prittwitz und herausgegeben von Dr. Steffi Chotiwari-Jünger. Das Buch trägt den Namen „Der Ritter im Tigerfell.“
Für mich als jemanden, der Kriminalromane schreibt, war die Suche nach der Autorin allein schon eine spannende Geschichte. Wer war Marie Prittwitz? Diesem Teil der Geschichte widmet das Buch die ersten Seiten. Es gibt mehrere potenzielle Frauen, zum Teil mit Adliger Herkunft, die mögliche Kandidatinnen sein könnten.
Eine Familie von Prittwitz war demnach bereits im Russland der Zarenzeit im 19. Jahrhundert im damaligen Russland tätig. Es gibt mehrere Frauen, die den Namen Marie oder eine ähnliche Form des Namens trugen. Eine dieser Frauen käme vom Geburtsdatum her in Frage. Aber sie, und hier zeigen sich auch wieder die Spuren der Historie, wurde im Rahmen der stalinistischen Säuberungen im Jahr 1937 ermordet.
In der Folge listet die Autorin dann die Gründe auf, warum sie Marie Prittwitz für die Verfasserin dieser Übersetzung des Textes von Schota Rustaweli hält. Es gibt dann eine Auflistung mehrerer Versionen des Textes, wobei sich die späteren Abschriften als teilweise fehlerhaft herausstellten.
Wer nun die ersten Verse aufschlägt, kann eintauchen in die Welt des Mittelalters, die Prittwitz in Reimform und wortgewaltig dargestellt hat. Es ist nun nicht mehr unbedingt notwendig, die georgische Sprache zu lernen, um das Epos kennen zu lernen.
Thomas Berscheid, November 2008
Preis: 15;-- Euro
Zu bestellen bei: Steffi Chotiwari-Jünger
steffi.chotiwari-juenger@rz.hu-berlin.de
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