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Historische Entwicklung

In der langen Geschichte des Landes hat die Landwirtschaft für die Ernährung der Bevölkerung gesorgt. Ein zweiter wichtiger Wirtschaftsfaktor war der Handel. Denn gerade die Lage an der Seidenstraße hatte einen regen Warenverkehr durch Georgien zur Folge. Hinzu kamen einige Bodenschätze, vor allem reiche Vorkommen an Manganerz. Öl allerdings findet sich erst weiter im Osten.

Mit dem Beginn des 20. Jh. kam die Industrie nach Georgien. Mit der Eingliederung in die Sowjetunion wurde die Schwerindustrie planmäßig ausgebaut. In Kutaissi entstand ein Automobilwerk, in Rustawi ein Stahlwerk, in Tbilissi wurden elektrische Lokomotiven hergestellt. In der Folge stieg der Wert der Warenproduktion zwischen 1913 und 1986 um das 70fache.

Jedoch sah die Planwirtschaft die gesamte Sowjetunion als einheitlichen Wirtschaftsaum. Daher saßen die Zulieferer für die Werke in anderen Teilen des Staates. Das Maganerz wurde in der Ukraine und Südrußland verarbeitet. Für die Zeit nach der Unabhängigkeit bedeutete dies, daß die Lieferungen aus den GUS-Staaten ausblieben und beiden Werke schließen mußten. Sie konnten keine Produkte liefern, die auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig waren. In den 70er Jahren hatte die westliche Industrie die Technologie der östlichen Staatshandelsländer endgültig überholt. Dies bedeutete auch das Fehlen von Devisen, mit denen man Investitionen hätte tätigen können.

Die Lage heute

Von dem Mangel an Devisen war vor allem die Energiewirtschaft Georgiens betroffen. Die Wasserkraftwerke im Kaukasus können den Eigenbedarf des Landes an Strom nicht decken. Der Brennstoff für die Erdgas- und Erdölkraftwerke muß aus Aserbaidschan gegen harte Devisen importiertwerden. Entsprechend häuften sich zu Beginn der 90er Jahre die Stromabschaltungen, die ein geregeltes wirtschaftliches unmögliche machten und gerade im Winter für die Bevölkerung eine große Härte darstellten.

Zudem hatten die Bürgerkriege sowie die militärischen Konflikte mit Abchasien und Südossetien einen ruinösen Einfluß auf die Wirtschaft. Der Markt wurde mit türkischen Billigprodukten überflutet. Das Bruttoeinkommen der Bevölkerung sank von 1991 bis 1994 um 70%, der größte Teil der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Viele Georgier suchten ihr Auskommen im Kleinhandel. Sie erwarben im Ausland Waren wir Autos, Textilien und Kleinschränke, verkauften diese dann auf dem Schwarzmarkt.

Die Lage besserte sich 1995 etwas mit der Einführung des Lari als eigener Staatswährung. In den letzten Jahren war es offizielle Politik des Landes, sich zum Westen hin zu öffnen. Wichtig ist dabei die Lage Georgiens als Bindeglied zwischen Westeuropa und den Ölvorkommen am Kaspischen Meer. Hoffnungen setzt man auch auf die Wiederbelebung der Seidenstraße, denn Georgien bietet für den Handel zwischen Europa und Asien als Durchbruch zwischen den Gebirgszügen des Kaukasus eine wichtige verkehrsgeographische Rolle.

Pipeline bei Supsa
Pipeline bei Supsa

In den letzten beiden Jahren zeigen sich Anzeichen einer wirtschaftlichen Normalisierung. Zwischen Deutschland und Georgien wurden mehrere Abkommen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet, hinzu kommen Fördergelder für Deutsch-Georgische Projekte in mehrfacher Millionenhöhe. Ein wichtiger Punkt ist die Unterzeichnung eines weiteren Abkommens der OSZE-Staaten Ende 1999 in Istanbul für den Bau einer Erdöl-Pipeline durch Georgien. Diese wird voraussichtlich im Jahr 2004 fertiggestellt sein. Ein Terminal zum Verladen des Öls in Supsa am Schwarzen Meer ist bereits in Teilen fertiggestellt.

Weitere Informationen zu den Deutsch-Georgischen Abkommen gibt es auch beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

 
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